fbpx
Deine Story

Die queere Clubszene in Zeiten von Corona: Tape Party Köln

Autorin: Ricarda Hofmann

Es hätte die Inhaber:innen von Kneipen, Clubs und Restaurants nicht härter treffen können: Der Ausbruch der Corona-Pandemie setzte Gastronom:innen und Veranstalter:innen schwer zu. Was bedeutet das konkret für die queere Clubszene? Wo können Menschen der LGBTIQ+-Community noch in „Safe Spaces“ zusammenkommen? All das klären wir jetzt – in „Busenfreundin – das Magazin”!

Joana Leonhard und Lisa Zauner bescherten der L-Community vor der Corona-Pandemie spaßige, bunte und vor allem erinnerungswürdige Momente. Die beiden Veranstalterinnen der Kölner Partyreihe „Tape“ schufen bereits im Jahr 2007 einen Ort für queere Frauen. Angefangen haben die beiden mit der Partyreihe „The Planet Cologne“ im Alten Wartesaal. Im Jahr 2008 feierte dann die „Tape“ Premiere.

Der Name „Tape” wurde gewählt, weil auf dieser Party Musik gespielt werden sollte, die man sich auch auf ein Tape, also eine Kassette, packen würde. „Und das war damals schon retro!“ sagt Lisa Zauner.

 Schnell fand die „Tape“ Anklang in der Kölner Queer-Szene, insbesondere bei den lesbischen Frauen. Ab 2012 folgte die „Tape Karneval-Edition“.

Ihr Erfolgskonzept? Kein Social Hype!

„Wir sind mit der ‘Tape’ ganz bewusst nie groß ‘social’ gegangen. Die Party ist unter vielen Besucher:innen ein Geheimtipp und wurde über Empfehlungen und den Buschfunk bekannt“, verrät Joana und ergänzt: „Die Party lebt einfach davon, dass die Menschen wissen, wann ‘Tape’ ist und einfach hinkommen. Das ist eine schöne Tradition!“.

Bis Anfang 2020 fand die „Tape”-Party drei Mal im Jahr in Köln statt – am 11.11., an Weiberfastnacht und am Karnevalssamstag. Der Andrang war groß, die Stimmung ausgelassen. Und dann rollte die erste Covid19-Welle an …

„Es braucht immer einen Ort, an dem man sein kann, wer man ist!“

Dass viele Tape-Besucher:innen wehmütig auf die letzten Veranstaltungen zurückblicken, ist klar. Dennoch ist Lisa und Joana auch bewusst, dass die „Tape“ für viele nicht nur irgendeine Party ist.

„Wir hören von sehr vielen Gäst:innen, dass es – gerade an Karneval – schön ist, einen Raum zu haben, in dem man sich ganz frei bewegen kann. Einfach so sein, wie man ist, einfach so feiern, wie man will. Und das heißt nicht, dass auf unserer Party nur die LGBTIQ-Community feiert. Die queere Clubszene zeichnet sich auch dadurch aus, dass alle – unabhängig von ihrer sexuellen Orientierung – einfach entspannt miteinander feiern. Zumindest ist das auf der Tape so“, sagt Lisa.

„Wir sollten die Menschen unterstützen, deren Existenz gerade gefährdet ist!“

Obwohl die „Tape” Anfang 2021 pandemiebedingt nicht stattfand, sind die beiden Veranstalterinnen positiv gestimmt: „Die Corona-Müdigkeit spüren auch wir sehr deutlich. Aber wir haben das Glück, dass wir die Partyreihe immer nur zum Spaß machten und aktuell in unseren Hauptjobs arbeiten. Da haben wir gerade also ein riesiges Privileg. Unsere Kolleg:innen im Event-Business, deren Existenz auf Gastronomie- und Barbetrieb fußt, haben es da wesentlich schwerer. Die sollten wir alle unterstützen und Bars sowie Parties besuchen, sobald es wieder safe für alle ist”.

Hoffentlich ist es bald wieder möglich!

Burning down the house

Der Blick in die Zukunft ist auch bei Lisa und Joana noch vage. Dennoch schmieden die beiden Frauen bereits Pläne, wie es weitergeht, sobald wieder Partys stattfinden können. „Wenn wir wieder feiern können, dann gibt es eine ‘Tape’-Party – egal, ob dann Karneval ist oder nicht. Dann reißen wir die Bude ab. Aber bis dahin müssen wir durch diese herausfordernde Zeit. Wir wollen kein Risiko eingehen, denn wir tragen da eine große Verantwortung für unsere Gäst:innen und die Gastro-Szene“, mahnt Joana.

Ob die beiden eine stärkere Solidarität innerhalb der LGBTIQ+-Szene wahrnehmen während der Corona-Pandemie? Ja! Gerade in Krisen seien Orte, an denen man sich verstanden und geborgen fühle, besonders wichtig, so die „Tape”-Veranstalterinnen. Die „Tape” sei so ein Ort.

Und damit haben beide Recht.


Wollt ihr eure Lieblingsparty vorstellen? Dann schreibt uns an kontakt@busenfreundin-magazin.com!


In dieser Kategorie finden eure Geschichten Gehör:


Abonniert gerne unseren Newsletter, wenn ihr stets up to date sein wollt:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.