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Die schlechtesten Lesbenfilme aller Zeiten

Autorin: Simone Bauer

Filme mit lesbischen Protagonistinnen tragen zur Repräsentation der LGBTIQ-Community bei. Das ist toll, heißt aber nicht, dass alle Lesbenfilme gut sind. Bei einigen könnt ihr euch die Vorfreude auf jeden Fall sparen. Welche das sind und warum sie so viel besser hätten sein können? Das klären wir in „Busenfreundin – das Magazin“! Achtung: Kann Spuren von Spoiler enthalten!

Ende des letzten Jahres brachten amerikanische Busenfreundinnen den Streamingdienstleister Hulu zum Erliegen – so aufgeregt waren sie über die Filmpremiere von „Happiest Season“. Die Enttäuschung war groß. Ebenso bei „Below Her Mouth” und „Jenny’s Wedding”.

„Happiest Season“

Geschrieben wurde „Happiest Season“ von Clea DuVeil, die wir aus „But I’m A Cheerleader“ – ein Klassiker des Busenfreundinnenkinos – kennen. Sie besetzte „Happiest Season“ – den ersten lesbischen Weihnachtsfilm – hochkarätigst. Kristen Stewart und Aubrey Plaza – alleine die beiden hätten ja schon gereicht, oder?!     

Die Handlung

Harper (Mackenzie Davis) bringt ihre angebliche Mitbewohnerin Abbey (Kristen Stewart) an den Feiertagen mit nach Hause. Abbey hatte eigentlich vor, ihren Schwiegervater in spe um Harpers Hand zu bitten, aber langsam schwant ihr, dass sie sich das noch einmal anders überlegen sollte.

Harper ist der Liebling der Familie und steht im ständigen Konkurrenzkampf zu ihrer großen Schwester (Alison Brie). Ihr Vater (Victor Garber) möchte Bürgermeister werden und ihre Mutter (Mary Steenburgen) lässt nicht nur zwischen den Zeilen die hohen Erwartungen an ihre Kinder durchblicken. Schwester Nummer 2, Jane (Mary Holland), hat scheinbar einen kleinen Dachschaden.

Im Laufe der Feierlichkeiten wendet sich Harper immer mehr ihrem High-School-Freund Connor (Jake McDorman) zu. Das hält sie aber nicht davon ab, eifersüchtig zu werden, als Abbey sich mit ihrer Exfreundin Riley (Aubrey Plaza) anfreundet …

Das hat uns nicht gefallen

Der Film beginnt mit einer reichlich slapstickigen Szene. Und hier ist eigentlich auch schon die Krux: „Happiest Season“ hätte sich entscheiden müssen, was genau für ein Film er sein möchte.

Es gibt Handlungen und Sprüche, die in keinster Weise der Realität entstammen können, und so eben jene, die der Realität entstammen könnten, ziemlich versauen. Dafür umso realer und schmerzhafter: Harpers innere Homophobie.

Einzig Kristen Stewarts Ausstattung und der Soundtrack (unter anderem Tegan & Sara) machen die Enttäuschung ein wenig wett.

„Below Her Mouth“

„Below Her Mouth“ ist ein häufiger Vorschlag, wenn man Filme für Busenfreundinnen googelt. Dabei ist es eigentlich mehr Art Porn als tatsächlicher Spielfilm.

Die Handlung

Die blonde Dachdeckerin Dallas (Erika Linder) trifft auf die Modejournalistin Jasmine (Natalie Krill), die mit einem Mann verlobt ist. Bald führt eins zum anderen, so interessant ist das Unbekannte. Als sie ihren vorläufigen Höhepunkt der Beziehung feiern – logo, Analsex – kommt natürlich Jasmines Verlobter rein. Das Drama nimmt seinen Lauf.

Das hat uns nicht gefallen

Dallas soll als die „Stone Cold Butch“ herself rüberkommen, wirkt aber größtenteils unreif. Zumal sie offensichtlich nur Sex mit Jasmine haben kann, wenn der Strap-on im Spiel ist (oder habt ihr denn auch den ganzen Abend über schon in der Hose? Ja? Okay …). Sei’s drum. Jasmine bekommt sehr wenig Raum – ihr Seitensprung wird daher nicht wirklich nachvollziehbar.

Auch werden Genderdiskussionen eher unbeholfen geführt. Was wirklich schade ist, denn das Feeling eines Indiefilms, der in Toronto spielt, kickt eigentlich recht gut. Über große Strecken des Films passiert nichts, außer schöne Bilder und akrobatisches Vögeln. Na ja, okay, das ist ja auch schon etwas. Wer auf ein Erotikdrama Lust hat, das Erotik größer als Drama schreibt, verbringt dennoch einen schönen Filmabend.

„Jenny’s Wedding“

Ein tolleres Pärchen hätte man fast nicht casten können: Izzie aus „Grey’s Anatomy“ und Rory aus „Gilmore Girls“.

Die Handlung

Auch hier tut Jenny (Katherine Heigl) so, als sei Kitty (Alexis Bledel) ihre Mitbewohnerin und nicht schon seit fünf Jahren ihre Freundin und nun Verlobte. Anders als bei „Happiest Season“ kommt das Coming-out schon zu Beginn des Films. Doch anstatt sich Kitty nun etwas intensiver zu widmen, reißt Jennys Familie sämtliche Handlung an sich.

Hauptsächlich verursacht durch die Mutter und ihr baldiges Lügennetz, denn sie möchte nicht, dass der Rest der Familie etwas von Jennys sexueller Orientierung erfährt. Und letztlich ist es Jenny selbst, die sich die Unterstützung ihres Vaters Eddie (Tom Wilkinson) verspielt, der sich immerhin mit Themen wie dem male gaze beschäftigt und von seinen Feuerwehrkumpels fordert, nicht „die zwei Kampflesben“ zu sagen („Nenn’ sie nicht so, das sind Menschen wie du und ich!“).

Das hat uns nicht gefallen

Im Grunde hätte man Alexis Bledel leider durch eine Schaufensterpuppe ersetzen können. Hinzu kommt ein äußerst komisches Tempo des Films. So ist „Jenny’s Wedding“ eine merkwürdige Indiekomödie mit Starbesetzung, die teilweise sehr deplatziert rüberkommt. Grace Gummer als Schwester Anne taugt dennoch für komödiantische Momente.


Habt ihr die Filme gesehen? Welche LGBTIQ-Filme fandet ihr absolut schlecht? Verratet es uns in den Kommentaren!



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