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„Es gibt Handlungsbedarf!“ I Zwei Mütter übers Eltern-Dasein

Rebecca und Steffi sind glückliche Eltern einer Tochter. Im Oktober 2018 waren beide (noch ohne ihre 2019 geborene Tochter Lea) bei Busenfreundin – der Podcast zu Gast. Was bedeutet „Muttersein“ für die beiden? Vor welche Herausforderungen wurden sie in der Vergangenheit gestellt? Und was empfehlen sie angehenden Müttern? Anlässlich des diesjährigen Muttertags geben die beiden ein exklusives Interview für Busenfreundin – das Magazin.

Busenfreundin Magazin: Alles Liebe zum Muttertag, Rebecca und Steffi! Lea ist seit 2019 auf der Welt. Wie verbringt ihr den heutigen Tag miteinander?

Rebecca: Vielen lieben Dank! Unglaublich, es ist schon unser zweiter Muttertag als Mama und Mami! Die Zeit rennt – tatsächlich schneller mit Kind. Ja, das übliche Mutter-Geschwafel (lacht). Wir verbringen den Tag tatsächlich relativ unspektakulär. Steffi wird aufgrund ihres Nachtdienstes (Anm. d. Red.: Steffi arbeitet als Polizistin) von Samstag auf Sonntag bis mittags schlafen. Ich besuche mit Lea die Omi in der Heimat. Am Nachmittag machen wir dann gemeinsam eine kleine Radtour und gönnen uns was Leckeres zu Essen.

Busenfreundin Magazin: Ihr hattet euch damals für eine künstliche Befruchtung entschieden und nicht für eine Adoption. Warum?

Steffi: Wir haben uns für die künstliche Befruchtung entschieden, da wir selbst in den Genuss einer Schwangerschaft kommen wollten. Zu spüren, wie ein neues Leben in einem heranwächst ist einfach unbeschreiblich schön – jeder Frau ist diese Erfahrung zu wünschen! Wenn wir selber nicht hätten schwanger werden können, hätten wir uns definitiv für eine Adoption entschieden! Der Wunsch nach einem Kind, unsere Familie zu komplettieren war einfach unsagbar groß.

Busenfreundin Magazin: Welche Art der künstlichen Befruchtung habt ihr gewählt?

Rebecca: Wir haben uns für die sogenannte „Bechermethode“ mit einem privaten Spender entschieden. Uns war es wichtig zu wissen, wer hinter der Spende steht. Wir wollten etwas über den Charakter, den Werdegang und das Aussehen des Vaters wissen. Außerdem wollten wir Lea die Möglichkeit geben, ihn ebenfalls kennenzulernen, wenn sie den Wunsch dazu äußert. Bei einer künstlichen Befruchtung in der Klinik mit “Fremdsperma” erhält man lediglich Eckdaten über einen Spender. Dazu zählen beispielsweise Herkunft, Haarfarbe, Augenfarbe, Statur. Allerdings kein aktuelles Bild.

Busenfreundin Magazin: Wo gab es bürokratische Hürden für euch?

Rebecca: Die bürokratische Hürde lag für uns in der Stiefkindadoption. Wobei es in dem Sinne auch keine wirkliche Hürde war. Das Jugendamt in Bonn sowie unsere Notarin und das Familiengericht waren mehr als hilfsbereit. Wir haben in Absprache mit dem Jugendamt sämtliche Dokumente wie beispielsweise Führungs- und Gesundheitszeugnis beantragt und eingereicht. Mit unserem Spender haben wir gemeinsam die Notarin aufgesucht und sie leitete alles in die Wege. 

Nach einem unkomplizierten und freundlichen Besuch des Jugendamtes hatten wir dann genau 14 Tage später den Adoptionsbeschluss im Briefkasten. Wir wurden noch nicht einmal vorgeladen. Wir haben wirklich Glück mit unseren Ansprechpartnern und Bearbeitern gehabt. Danke an das Jugendamt Bonn! Uns ist durchaus bewusst, dass dieses Prozedere von vielen anderen als größere Hürde empfunden wird. Nicht zuletzt aufgrund der langen Wartezeiten und Besuche des Jugendamtes. Generell ist dieser Umstand, dass wir als verheiratetes Paar eine Adoption vollziehen müssen, ein absolutes Unding und diskriminierend! Hier gibt es noch umfassenden Handlungsbedarf!

Busenfreundin Magazin: Was würdet ihr heute anders machen?

Rebecca: Ganz ehrlich – gar nichts! Für uns lief alles reibungslos – von der Babyzeugung über die Schwangerschaft, die Geburt bis hin zur Adoption und unserem Familienleben!

Busenfreundin Magazin: Wir haben uns Ende 2018 für eine Podcast-Episode getroffen. Habt ihr euch bis jetzt gut in die Rolle der Eltern eingefunden?

Rebecca: Ja, das haben wir auf jeden Fall! Manchmal schauen wir unser kleines Baby an und können es immer noch nicht fassen, dass wir unser kleines Wunder bei uns haben! Dabei ist sie schon 1,5 Jahre alt. Sie ist einfach nicht mehr wegzudenken! Auch wenn man – wie alle anderen Eltern auch – an Grenzen stößt.

Kinder können auf ihre ganz individuelle Art anstrengend sein – ich sag nur Schlafentzug (lacht)! Aber dennoch ist es einfach das Schönste auf der Welt, wir wollen es nicht mehr missen und mehr davon. Ein Geschwisterchen für unsere kleine Maus ist  aktuell in Planung. 

Busenfreundin Magazin: Apropos! Steffi hat Lea ausgetragen. Ihr plant jetzt eine zweite Schwangerschaft mit Dir, Rebecca. Gibt man sich dann jeweils untereinander Tipps?

Steffi: Da wir beide gemeinsam bereits die erste Schwangerschaft und die dazugehörige Planung miteinander durchlebt und gemeistert haben, braucht Rebecca keine Ratschläge in dem Sinne.

Uns ist klar, dass wir unterschiedlich sind und damit auch unterschiedliche Bedürfnisse haben. Jede Schwangerschaft ist anders und wird von jeder werdenden Mama unterschiedlich empfunden. Von daher stelle ich mich schon einmal auf die wechselnden Hormone ein und werde Rebecca so gut wie ich kann unterstützen!

 Busenfreundin Magazin: Woran musstet ihr euch beide erstmal etwas gewöhnen?

Rebecca: Vermutlich an alles. Wir waren doch sehr beeindruckt davon, dass das Leben mit Kind ein völlig anderes ist. Man macht sich selbstverständlich im Vorhinein seine Gedanken darüber, wie es wohl sein wird mit einem kleinen Baby. Unsere Schwestern haben Kinder, denen wir sehr nahe stehen. Da konnten wir schon einmal zuschauen und teilweise miterleben wie das Leben mit Baby sein wird. Aber als wir dann von heut auf morgen selbst die Rolle einnahmen, war doch vieles anders.

Steffi: Diese unglaublichen starken Gefühle von denen immer alle Eltern sprachen, das Stillen inklusive Brustentzündung und anfänglichen Schwierigkeiten, der wenige Schlaf, das Windeln wechseln. Wir auf einmal zu dritt – das beste Gefühl, das wir jemals hatten!

Unser Leben wird nun “fremdbestimmt”. Das hört sich so hart an, aber realistisch betrachtet ist es die Wahrheit und wir denken, dass diese Aussage alle Eltern unterschreiben würden!

Busenfreundin Magazin: Was ist euch bei der Erziehung von Lea wichtig?

Steffi: Wir wünschen uns, dass Lea aufrichtig, zuverlässig und tolerant werden wird. Das wünschen sich bestimmt alle Eltern von ihren Kindern! Wir hoffen, dass wir ihr dazu die richtigen Ansichtspunkte und Blickwinkel mit auf den Weg geben können!   

Im jetzigen Alltag achten wir darauf, dass sie viele Dinge bereits jetzt selbstständig erledigt. Wir lassen sie eigene Erfahrungen sammeln, natürlich nur solange sie ungefährlich sind und versuchen ihr immer ein gutes Vorbild zu sein.

Rebecca: Sie spiegelt uns einfach ständig, indem sie uns unsere eigenen Macken aufzeigt. Das ist wirklich verrückt. Aber alleine die Tatsache, dass sie Hallo und Tschüss sagt, sich über Besuch freut und ein aufgeschlossenes Mädchen ist, zeigt uns, dass wir bis dato schon ein paar Dinge richtig gemacht haben. 

Busenfreundin Magazin: Was würdet ihr Busenfreundinnen empfehlen, die auch planen, schwanger zu werden?

Rebecca: Macht euch genaue Gedanken darüber, für welche Methode der Befruchtung ihr euch entscheiden wollt. Seid nicht zu sehr enttäuscht, wenn es beim ersten Mal nicht direkt funktioniert. Wir haben zehn Versuche gebraucht und können euch sagen – das war eine Belastungsprobe, besonders für Steffi, die ein totaler Kontrollfreak und planungsliebender Mensch ist. Erst als Steffi sich dann beruflich weiterbilden wollte und wir einen großen Thailandurlaub gebucht hatten, hat es endlich geklappt!  Gebt nicht auf! Ihr werdet mit dem größten Wunder belohnt.

Busenfreundin Magazin: Wir wünschen euch alles erdenklich Gute! Danke für eure tollen Antworten! Einen schönen Muttertag euch beiden und Küsschen an Lea!


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Ricarda-Busenfreundin-das-Magazin
Autorin: Ricarda

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