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„Es sind die kleinen Dinge!” – Filmemacherin Carolin Biedermann im Interview

Autorin: Patricia Bauer

2021 wird voller Liebe! Auf unserem Youtube-Kanal präsentieren wir euch das Video „Because of” der Filmemacherin Carolin Biedermann. Wir haben uns mit der Hamburgerin darüber unterhalten, wie sie zum Film gekommen ist, was ihr „Because of” bedeutet und ob sie an die große Liebe glaubt!

Busenfreundin-Magazin: Wie bist du zum Filmemachen gekommen? Was war deine Motivation?

Carolin Biedermann:
Das fing sehr früh an. Ich erinnere mich, dass ich die Videokamera meines Onkels schon mit sechs Jahren in der Hand hielt und filmte. Ich glaube, das hat einen Reiz in mir ausgelöst – es gab mich quasi nicht mehr ohne Kamera. Egal ob Foto- oder Filmkamera.

Ich habe damals schon Momente aus Schule und Alltag festgehalten, habe meine ersten Skate-Videos gefilmt und geschnitten. Ich habe alles festgehalten, was ging. Und das damals mit nur 3,5 Pixel! 😀 Für mich gab es irgendwie gar keine andere Option als beim Film zu landen!

Busenfreundin-Magazin: An welcher Art von Filmen hast du bisher mitgewirkt? Welche waren deine Top-3?

Carolin Biedermann:
Ich habe bisher bei Spielfilmen, TV-Serien, Kinofilmen und digitalen Plattformen wie Netflix und Joyn mitgewirkt. Außerdem bereits bei Dokumentarfilmen.
Meine Top 3 … hm, das ist etwas schwierig, denn jeder Film ist auf seine eigene Art und Weise besonders. Aber „Honig im Kopf”, „Sense8″, „Babylon Berlin” , „Fluss des Lebens – Yukon” oder „Wachs & Gold” sind Filme, an die ich mich gerne zurück erinnere.

Busenfreundin-Magazin: Welche Genre bearbeitest du am liebsten?

Carolin Biedermann: Am liebsten mache ich Dokumentationen. Das aber sehr selten, weil diese Filme eine spezielle Vorbereitungsphase benötigen. Ansonsten gerne auch Dramen, Arthouse-Filme und Thriller! Die sind nie langweilig und bringen jeden Tag etwas neues mit sich.

„Letztendlich sehnen wir uns alle nach Liebe, oder?”

Busenfreundin-Magazin: Im Fokus von „Because of” stehen zwei sich liebende Frauen. Was ist die Kernaussage des Films?

Carolin Biedermann:
In diesem Film habe ich versucht, auf die kleinen Momente im Leben aufmerksam zu machen. Wahrscheinlich passt das auch gut zum Zeitgeist: Corona hat uns alle in neue Situationen gebracht. Wir alle können gerade nicht viel machen. Aber es sind die kleinen Dinge, die wir miteinander teilen können. Wir benötigen gar nicht viel. Letztlich sehnen wir uns alle nach Liebe, oder?

Ich habe versucht, durch das Video ein Gefühl von Harmonie, Schönheit und Geborgenheit zu vermitteln. Und vielleicht regt es zum Nachdenken in Bezug auf die Liebe an! So verpönt es auch mittlerweile ist zu sagen, dass man an die Liebe glaubt, finde ich es wichtig, solche Dinge wieder zurück in das Gedächtnis zu holen. Um sich daran zu erinnern, wie schön Liebe sein kann.

Ich denke dieses Video hat viele Interpretationsmöglichkeiten. Und wenn es nur darum geht, den Menschen für den Moment ein schönes Gefühl zu vermitteln, bin ich mehr als zufrieden.

Busenfreundin-Magazin: Welchen Bezug hast du selbst zur LGBTIQ+-Community?

Carolin Biedermann:
Ich selber fühle mich zu Frauen hingezogen und liebe Frauen. Da ich in einem sehr kleinen Dorf aufgewachsen bin und schon früh die Barrieren meiner Homosexualität mitbekommen habe, möchte ich mehr für die Community tun. Ich versuche daher mit meinen Filmen mehr Aufmerksamkeit und Akzeptanz für die LGBTIQ+-Community zu bekommen.

„Im Filmgeschäft ist noch viel zu tun!”

Busenfreundin-Magazin: Für wie sichtbar hältst du queere Themen im deutschen Filmgeschäft? Wo gibt es Nachholbedarf?

Carolin Biedermann:
Wir befinden uns auf einem guten Weg zu mehr queeren Themen im Filmbereich. Es gibt aber nach wie vor viel zu tun. Momentan finde ich queere Themen in Filmen noch zu „präsent” – es hat noch zu sehr den Geschmack von „Anderssein”. Das will ich ändern.
Neulich habe ich einen Film gesehen. Ein typischer Liebesfilm: Ein Typ lernt eine Frau kennen und flirtet wild mit ihr. Sie geht auf seine Versuche nicht ein und kontert: „Tut mir leid, ich stehe auf Frauen”. Ich dachte mir: Wow, mal was Neues. Leider hielt der Zauber nicht, da später klar wurde, dass sie nur eine Ausrede gesucht hatte. Da fand ich den Film schlecht. Da frage ich mich, was in den Köpfen der Filmemacher vor sich geht.

Denn genau so etwas sollten Filmemacher nicht erzählen. Homosexualität als eine „Ausrede” zu verwenden ist in meinen Augen nicht richtig. Queersein ist eine ganz normale Lebensform, wie die Heterosexualität. Und ich finde, dieser Film ist ein gutes Beispiel dafür, was sich in der Filmwelt noch alles ändern muss. Es sollte auch bei der Ü50+ Generation angekurbelt werden, dass queere Themen kein „Versehen” oder nur eine „Phase” sind, sondern gelebt und ausgelebt werden sollen und müssen.

Busenfreundin-Magazin: Was wünscht du dir für die (Film)Welt?

Carolin Biedermann:
Mehr Frauenpower! Man glaubt es kaum, aber die Branche ist noch ziemlich männerlastig – gerade in den technischen Bereichen. Bitte nicht falsch verstehen, ich drehe wahnsinnig gerne mit Männern. Aber Frauen dürfen ruhig noch mehr gepushed werden!
Ebenso hoffe ich, dass queere Themen mehr Normalität und Aufmerksamkeit bekommen und nicht erst ab 22:00 Uhr behandelt werde.

Ansonsten wünsche ich mir regenfreie Drehtage. Aber das ist nur ein kleiner Wunsch am Rande, für den Film-Gott! 😀

„Ich glaube an die große Liebe!”

Busenfreundin-Magazin: Wenn Zeit und Geld keine Rolle spielen würden: Was würdest du (ver)filmen und warum?

Carolin Biedermann:
Gute Frage! Da gibt’s jede Menge! Das Leben und die Menschen bergen so unfassbar viele interessante Geschichten, dass ich mich gar nicht entscheiden könnte, was ich zuerst verfilme … Aber wahrscheinlich wäre es eine Dokumentation über spannende Menschen in fernen Ländern. Diese Geschichten packen mich sehr und faszinieren mich. Ebenso liebe ich es, Filme über sozialkritische Themen zu machen und den Leuten so etwas mitzugeben.

Busenfreundin-Magazin: Was bedeutet für dich Liebe?

Carolin Biedermann:
Liebe bedeutet für mich sehr viel. Ich befasse mich sehr stark mit dem Thema und bewundere Menschen, die eine mehrjährige Beziehung führen – und das auch noch glücklich und voller Leidenschaft. Liebe kann so unterschiedlich sein. Egal wohin man schaut, findet man immer wieder das Thema Liebe. Gefühlt ist es auch das Thema, das uns am meisten beschäftigt.

So weh sie auch manchmal tut, glaube ich fest an die Liebe des Lebens. Das mag für den ein oder anderen vielleicht etwas zu romantisch sein, aber ich glaube daran, dass es für jeden den passenden Deckel gibt. Und je mehr man sich bewusst macht, dass Romantischsein nicht so schlimm ist, wie es oft dargestellt wird, kann man viele kleine schöne Momente im Leben und in Beziehungen schaffen. Hier verweise ich wieder auf mein Video: Das ist eine reine Moment-Aufnahme! Es sind die kleinen Dinge, die uns glücklich machen!


Wie gefällt euch das Video? Glaubt ihr an die große Liebe? Erzählt es uns in den Kommentaren!


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