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Lesbisch für Anfängerinnen – Hetero? Bei mir nicht!

„Wenn du mich einmal hattest, bist du keine Lesbe mehr!“ Die Aussage hat wahrscheinlich jede Busenfreundin schon einmal von einem Mann gehört. Dass es auch anders herum geht, zeigt uns die Geschichte von Nicole, die vor ihrer aktuellen Freundin nur Beziehungen mit heterosexuellen Frauen führte. Wie es dazu kam erzählt sie uns hier bei „Busenfreundin – das Magazin“.

Ob im Supermarkt, im Studium, Sportverein oder im Internet – Orte, um Frauen kennenzulernen, gibt es wie Sand am Meer. Für lesbische Frauen ist der riesige Pool an Möglichkeiten aber immer mit dem Gedanken verbunden, dass eine ins Auge gefasste Lady mit hoher Wahrscheinlichkeit hetero ist. Busenfreundin Nicole machte sich keine Gedanken darüber. Die erste Frau lernte sie in ihrer Klasse kennen, andere über ihren Fußballverein, Lovoo und sogar am Flughafen. Während der Dates kam meist erst spät heraus, dass sie die erste homosexuelle Frau war, die gedated wurde. „Natürlich bereitete mir das immer wieder etwas Unwohlsein, trotzdem war ich damals der Auffassung, dass Sexualität keine Rolle spielt und das Liebe keine ‘Schubladen’ benötigt.“

Vorsichtiges Herantasten

Dass da mehr war, wurde Nicole an Kleinigkeiten bewusst. Unterhaltungen über Ex-Beziehungen oder die Aussage der Hetera, sich beobachtet zu fühlen, wenn beide in der Öffentlichkeit unterwegs waren, gaben erste Denkanstöße. Wer schließlich den ersten Schritt machte, war unterschiedlich. „Man tastet sich einfach an die Situation heran. Ich habe es einfach geschehen lassen.“ Unsicherheiten bestanden dennoch, besonders in Situationen, in denen die Hetera nach ersten Annäherungen Distanz suchte.

Der Prozess für die Hetera, eine neue Seite der Sexualität an sich zu entdecken, war für beide Seiten schwierig. Die neuen Erfahrungen mit einer Frau erforderten viel Fingerspitzengefühl von Nicole. „Man führte Gespräche, nahm den Druck raus und passte sich der Situation an.“ Wichtig war ihr dabei immer, niemanden zu überrumpeln. Oft habe sie sich vorgenommen, es langsam angehen zu lassen. Manchmal kam es anders. Auch war da das Gefühl, die Partnerin sehe den Sex zwischen zwei Frauen als große Herausforderung. Der Eindruck, eine Lehrende sein zu müssen, blieb. „Ich gebe es zu: Manchmal hatte ich das Gefühl mich zu wiederholen.“

Nur “eine Freundin”

Trotz der miteinander ausgelebten Sexualität war sie oft nur „eine Freundin“. Einige der Frauen fragten sie sogar, ob sie ihnen böse sei, wenn sie nach ihr wieder mit einem Mann zusammen kämen.

Die Angst, die Partnerinnen irgendwann wieder an einen Mann zu verlieren, war unterschwellig immer da. Das Kopfkino führte dazu, dass sie sich zunehmend unwohler fühlte und sich immer mehr zurückzog. „Irgendwann konnten keine Gespräche über die Szene ausgetauscht werden, ohne dass ein Mann eine Rolle spielte”, sagt Nicole und führt aus: „Es war schlicht einfach das Gefühl, durch das andere Geschlecht ausgetauscht zu werden. Das Gefühl ‘ein Experiment’ zu sein, stieg stetig an und auf die Dauer der Zeit endeten die Beziehungen.“

Eine lesbische Frau liebt dich, WEIL du eine Frau bist – nicht “obwohl”

Nach der letzten Trennung wurde der jungen Frau klar, dass sie etwas ändern wollte. „Plötzlich drehten sich manche Äußerungen wie ‘Ich weiß nicht, ob ich dazu stehen kann’ oder ‘Ich will in keine Schublade gepresst werden’ im Kreis.“ Aussagen wie diese kannte Nicole bereits. Dieses Mal jedoch machte es „Klick“. „Keiner meiner Partnerinnen konnte jemals verstehen, wie es mir tatsächlich damit geht und was mir alles fehlte. Sexualität und Zugehörigkeit und intime Momente können mit Menschen besser geteilt werden, die dasselbe fühlen bei Homosexualität. Es ist wie Freiheit – etwas bunt, etwas besonders, etwas was zu meinem ICH dazugehört. Inzwischen führe ich eine Beziehung zu einer lesbischen Frau und mein Gott – jetzt fühlt es sich richtig an.“

Was genau sich bei einer Beziehung mit einer lesbischen Frau anders anfühlt, ist schwer zu sagen, sagt Nicole. Es sei mehr ein Gefühl. „Es fängt allein beim Outing an, es ist bei mir jetzt einfach entspannter und leichter. Ich kann mit meiner Partnerin über die Community sprechen, über die Sexualität offener kommunizieren, Parallelen finden und vor allem meine Liebe zu Frauen offen leben und diese Momente offenkundig teilen und das wo immer ich will. Es findet einfach andere Wertschätzung statt. Ich spüre geliebt zu werden, weil ich eine Frau bin, einen weiblichen Körper besitze und nicht, weil ich für verpasste Erfahrungen gut genug bin. Es findet auf einer anderen Art der Augenhöhe statt. Die Erwartungen drehen sich nicht um die Frage „Wer ist der Mann und wer ist die Frau“ in der Beziehung. Auf der sexuellen Ebene muss ich keine „Lehrerin“ mehr sein, kann mich fallen lassen und andere, neue Erfahrungen sammeln.”

Nicoles längste Beziehung mit einer Hetera hielt 3,5 Jahre. Dennoch fühlt sie sich mit einer lesbischen Partnerin an ihrer Seite wohler. Was denkt ihr über Beziehungen zu heterosexuellen Frauen? Schreibt es uns in die Kommentare!


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Autorin: Debbie

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2 comments

  1. Ich glaube auch, dass es oft nicht so einfach ist. Aber ich persönlich hätte Glück, meine Partnerin war auch vorher hetero. Jetzt sind wir seit mittlerweile 10 Jahren zusammen und seit 3 Jahren verheiratet. Also, wenn das Gefühl stimmt, bleibt dran!

    1. Liebe Anne,
      echt toll zu hören, dass es auch so schöne Geschichten gibt, die einem das berühmt-berüchtigte Happy End aus Hollywood in die eigenen vier Wände holen! Dein Kommentar zeigt super, wie verschieden die zwischenmenschlichen Beziehungen ablaufen können und auch, dass keine Grenzen gesetzt sind. Vielen Dank für das Teilen deiner Story!
      Liebe Grüße,
      Debbie 🙂

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