Ok, krass!

No Way! | Bisexualität als Ausschlusskriterium?

Gerade outete sich Riverdale-Schauspielerin Lili Reinhart als bisexuell. Was den meisten Fans gefallen dürfte, stellt für einige Partnerinnen und Partner bisexueller Frauen jedoch oftmals zunächst eine Hürde dar, die ihnen nachts den Schlaf raubt. Doch warum ist die Bisexualität der Partnerin für viele Menschen so problematisch? Das klären wir jetzt – in „Busenfreundin – das Magazin“.

„Never!“ Das Urteil vieler Menschen ist so hart wie eindeutig, wenn es um die Liebe zu bisexuellen Frauen geht. Dabei fällt gerade die Meinung homosexueller Frauen sehr „straight“ aus: Während besonders heterosexuelle Männer häufig kein Problem damit haben, wenn ihre Partnerin während der Beziehung sexuelle Kontakte mit einer anderen Frau hat, sind homosexuelle Frauen vorsichtig im Umgang mit Bisexualität. Grund dafür ist eine oftmals vorherrschende Unsicherheit gegenüber der binärgeschlechtlichen Liebe. Ob „unentschieden“, „untreu“ oder dem unterstellten „Umschwung“ nach einigen Jahren Beziehung – keines der existierenden Vorurteile ist leicht widerlegbar und drängt die Betroffenen in eine undankbare Position.

Das hält für immer – oder doch nicht?

Geht ein Mensch eine Beziehung ein, ist zunächst einmal klar: Das hält für immer. Klar, sonst würde man sie ja gar nicht erst eingehen. Ist ein Partner bisexuell, übernimmt jedoch oft schnell die Angst die Regie. Die Partnerin der bisexuellen Frau beginnt sich zu fragen: „Was ist, wenn ich nicht reiche?“ oder „Was, wenn irgendwann der Gedanke aufkommt, dass man wieder Lust auf den gegengeschlechtlichen Part hat?“. Sorgen machen sich breit. Eine Beziehung soll Bestand haben. Das zunächst kleine „Wenn“ wird lauter und scheint irgendwann unüberwindbar. Nicht ganz unbegründet, denn schließlich hat die bisexuelle Partnerin im eintretenden Fall Lust auf etwas, das ihre bessere Hälfte nicht einmal mit hochwertigen Sex-Toys naturgetreu nachahmen kann. Und da biologisch gesehen Monogamie in der menschlichen Genetik auf Dauer nicht vorgesehen zu sein scheint, ist ein böses Erwachen beinahe unausweichlich – so die Theorie.

Tatsächlich ist Angst ein starker Gegner (für viele gar der „Endgegner“). Beginnt man sich erst einmal, Sorgen zu machen, fahren die Gedanken zügig Karussell und die Abwärtsspirale ist vorprogrammiert. Selbstschutz ist das Zauberwort, denn Angst schützt vor Verletzung – und Liebeskummer hat logischerweise niemand gern. Um ein gebrochenes Herz zu vermeiden, beginnt also fröhlich die Angst im Kopf den DJ zu machen und dabei schaut der Mensch meist über wichtige Dinge hinweg.

Unterschiede zwischen Männern und Frauen sind zunächst körperlich. Geht man vom Durchschnitt aus und schließt durch Operationen modellierte Körperformen aus, wird klar: In seltenen Fällen hat eine Frau ein breites Kreuz und ist in der Lage, ihre Frau über die Schwelle zu tragen. Männer haben seltener eine schmale Taille oder Brüste. Die inneren Werte sind dahingehend interessanter, weil nicht so offensichtlich: Unterschiede sind hier kaum direkt auszumachen, denn eine Frau kann ebenso logisch denken wie ein Mann ein ausgeprägtes Maß an Empathie besitzen kann. Der Griff in die Klischeekiste ist hier demnach weniger angebracht und zeigt bloß, dass die bestehende Angst vor einem möglichen Abwerben der Partnerin allem, nur nicht der Vernunft, geschuldet ist.

Trotzdem sitzt die Angst tief. Gerade längere Beziehungen können darunter leiden: Das Risiko, dass der Tag kommt, an dem der Partner sagt „Jetzt ist es soweit“, steigt mit der Zeit. Jahrelanger Sex auf dieselbe Art und Weise, mit demselben Geschlecht, macht andersgeschlechtliche Körperlichkeit eventuell wieder interessanter. Die Berührung weiblicher Genitalien scheint immer weniger betörend, die Anziehung zu stahlharten Phallussymbolen immer größer.

Doch selbst, wenn das nicht der Fall ist, droht doppelte Gefahr. Wenn die Partnerin neue Menschen kennenlernt, reicht der Blick mit Argusaugen allein auf ein Geschlecht nicht aus. Männer wie Frauen werden zu einer potenziellen Gefahr, die es bestmöglich abzuwenden gilt. Zudem könnten auch Vorschläge von polyamourösen oder offenen Beziehungen kommen, was ebenfalls nicht Jedermanns Sache ist (mehr zu Polyamorie gibt es bald in einem extra Artikel, seid gespannt!).

Der sexuelle Sündenbock – die Bisexualität 

Tritt der Fall tatsächlich ein, dass die bisexuelle Partnerin die Beziehung aufgrund sexueller Wünsche beendet oder gar fremdgeht, scheint nur bestätigt, was man Monate oder Jahre befürchtete. In den seltensten Fällen ist jedoch die Bisexualität schuld daran. Vielmehr beginnt ein Mensch, der Angst vor etwas hat, sich der Angst entsprechend zu verhalten und löst damit genau das Ereignis aus, vor dem er sich fürchtet.

Ein Beispiel: Hat eine Frau Verlustängste, reagiert sie vielleicht eifersüchtiger als gewöhnlich, wenn ihre Lebensgefährtin sich mit einer sehr hübschen/klugen/ (hier alles Zutreffende einsetzen) Person unterhält. Grund dafür ist oftmals ein geringes Selbstwertgefühl und der Fakt, dass sie ihre Stellung als Partnerin bedroht sieht. Ihre Lebensgefährtin empfindet die Eifersucht als übertrieben, es kommt zum Streit, der die Frau noch mehr verunsichert und das ängstliche (eifersüchtige) Verhalten verschlimmert – zack, schon läuft es in die Richtung, in die man eigentlich auf gar keinen Fall wollte! Die Psychologie kennt dies unter Self-fullfilling-Prophecy, also selbsterfüllende Prophezeiung. 

Bisexualität wird durch Verlustängste zum Sündenbock. Was dabei vergessen wird: Hat eine Person sich für eine andere Person entschieden und ist das Herz involviert, hat kein Mensch der Welt noch Augen für andere. Dabei ist es unerheblich, ob homosexuell, bisexuell oder heterosexuell. Im Grunde entscheiden die Gefühle. Ist das Herz erst verschenkt, kann ein Außenstehender nur schwer daran rütteln. Gefahr droht nicht dann, wenn neue Menschen in das Leben der Partnerin treten. Ist die Beziehung intakt, wird es sie ungefähr so sehr tangieren, wie ein Kamel sich für einen Esel interessiert (das Risiko ist wirklich äußerst gering, glaubt’s mir).  So ist sie, die Liebe.

Von Ängsten kann sich wohl niemand ganz frei machen – aber Menschen zu bestrafen, weil sie sich nicht nur in ein Geschlecht verlieben können, ist unfair. Sie haben es sich ebensowenig ausgesucht, wie Heterosexuelle oder Homosexuelle das getan haben. 

Was denkt ihr darüber? Schreibt es uns in die Kommentare!

 


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Autorin: Debbie

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