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Kolumne

Princess Charming I Ein Kommentar zur ersten Folge

Autorin: Ricarda Hofmann

Ich gebe es zu – als bekannt wurde, dass es eine weibliche Antwort auf die erste schwule Datingshow mit Nicolas Puschmann geben würde, hatte ich Zweifel. Aus gutem Grund, denn erst nachdem die Ursprungsidee einer „attraktiven Bi-Bachelorette“ über Bord geworfen wurde, wagte TVNow den Schritt, ein rein lesbisches Format produzieren zu lassen.

Würde der Cast divers genug sein? Würde man nur auf „sexy Lesben“ setzen, um die Zielgruppe so breit wie möglich werden zu lassen? Würde man das Vorurteil aus dem Weg räumen können, lesbische Frauen seien nicht unterhaltend? 
All‘ diese Fragen stellte ich mir, denn die Kritik, lesbische oder bisexuelle Frauen kämen in der deutschen Medienlandschaft zu kurz, äußere ich bei Busenfreundin seit Folge #1.

Die Produktionsfirma Seapoint trat mit der Bitte an mich heran,  die Sendung textlich zu begleiten. Gerade der Blick einer lesbischen Frau sei wichtig, um ein queeres, haltungsstarkes Unterhaltungs-Format umzusetzen, so die Macher:innen. „Princess Charming“ solle nicht nur Queerness zeigen, sondern auch queere Perspektiven miteinbringen.

Folge 1: Ein Fazit

Die erste Folge schaute ich  nicht aus Autorinnen-Perspektive, sondern aus derer einer Busenfreundin.

Mit Irina hat Princess Charming nicht nur eine extrem smarte und besonnene Repräsentationsfigur für die LGBTIQ-Community gefunden, sondern auch eine Frau, deren Starschnitt sich so einige Frauen ins Zimmer hängen würden, wenn es denn Starschnitte von ihr gäbe (Liebes TVNow – diese Ideen schenke ich euch!).

Mir fiel direkt der äußerst diverse Cast auf (Props an die Caster:innen!). Das Schöne an dieser ersten Folge ist, dass man innerhalb kürzester Zeit viele unterschiedliche Charaktere kennenlernt, mit denen sich nicht nur Frauen oder Männer identifizieren können, sondern Menschen im Allgemeinen.

Ein Blick auf einige Kandidatinnen

Nehmen wir beispielsweise Miri (28) aus Kiel: ein Wirbelwind in Surfergirl-Optik mit Duracell-Hasen-Mentalität. Oder Saskia (25) aus Berlin – die Sinéad O’Connor Ostdeutschlands. Wiki (27) aus Hamburg, nutzt Filter höchstens beim Kaffeemachen, denn ihre Gedanken kommen mit solch einer Ehrlichkeit aus ihr heraus, dass man auch als Zuschauer:in kurz errötet. Johanna (26) aus Hildesheim sieht in der ersten Folge aus, als würde es sich lohnen, ihre Szenen zusammenzuschneiden und mit Geigen-Musik zu unterlegen. Ihr andauernder Weltschmerz-Blick Richtung Horizont  war mein persönliches Highlight in Folge eins.

Und dann gibt es noch Gea (28) aus Berlin: Gea bezeichnet sich selbst als non-binär und zeigt den Zuschauer:innen mit ihrer entspannten Art, dass es vollkommen ok ist, sich nicht für eine geschlechtliche Identität entscheiden zu müssen. Lou (21) aus Saarbrücken ist die Jüngste im Queer-Team und sieht aus, als könne man sie auf direktem Wege auf irgendeine große Bühne mit Abrissbirne stellen. Und natürlich haben wir noch Gentlewoman Elsa (22) mit im Team, die augenscheinlich mit dem Vorsatz „In der Ruhe liegt die Kraft“ ins Abenteuer „Princess Charming” einstieg.

Mehr über die Kandidat:innen lest ihr hier.

Princess Charming: Unterhaltungsshow mit Herz

Diese Mischung queerer Menschen wird mit Sicherheit noch für viele Überraschungen sorgen – bei jung und alt, queer wie hetero & m/w/d. Dieses Format verbindet Unterhaltung mit einer ordentlichen Portion Selbstverständlichkeit im Umgang mit Queerness.

Ich wünsche allen Zuschauer:innen viel Spaß bei der weltweit (!) ersten lesbischen Dating-Show. Teilt und kommentiert gerne diesen Beitrag!

Liebe Grüße und #loveislove
Ricarda

Bildcredits: © TVNOW & René Lohse/TVNOW


Und jetzt ihr: Wir wollen eure Meinungen zur ersten Folge hören … Schreibt in die Kommentare!


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10 comments

  1. Super Beitrag! Auf jeden Fall gerne mehr davon 😍 Johanna hat mir auch am Besten gefallen 🙂 würde mich auch darüber freuen wenn sie mal in deinen Podcast kommen würde. Das wär bestimmt total unterhaltsam.

  2. Ricarda dein Fazit liest sich toll und macht Vorfreude auf die Staffel.
    Ich kann es kaum erwarten Johannas “Weltschmerz-Blick” zu sehen.
    Auch hier, hast du die Teilnehmerinnen mit viel Humor dabei aber charmant und respektvoll beschrieben. Chapeau!

  3. Schön geschrieben, das macht mir Mut. Ich bin so konservativ aufgewachsen, dass ich tatsächlich bis heute, mit 37, immer noch “beklemmende” Gefühle habe, wenn (ich nenn es jetzt mal) gay Kontent in der Öffentlichkeitzu sehen ist. Einfach weil immer noch so Viele sich so abfällig äußern und das mir schon oft wieder ein schlechtes Gefühl macht, was ich von meiner Erziehung kenne. Wie du schreibst baut mich echt auf. Ich freu mich schon heutabend mit meiner Frau in diese Welt der Busenfreundinnen einzutauchen. Uns fehlt das auch sehr, in Zeiten einer Pandemie ist das von noch größerer Bedeutung. Hach Ricarda, du bist so toll. Danke, dass es dich gibt. Deine Art die Dinge zu sehen gibt mir so viel!

  4. Der Weltschmerz Blick- herrlich!

    Ich habe mich gefragt, ob Ulle nur eingeladen wurde, um scripted eine kleine prollige Show zu machen und mit einem polarisierenden, pöbeligen Verhalten und natürlich einer „Reichweite“ noch ein paar Zuschauer ins Boot zu holen. Denn die anderen androgynen TeilnehmerInnen gaben solche Charakterzüge nicht her. Sie hat nichts zu verlieren, hat Freunde mit PR Managern, die Kontakt zum TV-Produktionen haben…. well.

    Wer lässt sich freiwillig so darstellen, wenn ihm/ihr bewusst ist, dass da Kameras laufen. Und warum trinkt Sonja soviel Alkohol? Das war mein Fremdschammoment no1. „Fass sie doch nicht so an, verdammt!“

    Also sorry, ich finde das Format toll, aber dieser Anfang wirkte etwas gescriptet. Schade.

  5. Ich habe mit die ersten Minuten gestern angeguckt.
    Dann habe ich Ulle gesehen, der ich bei Insta schon länger folge und denk mir so “wtf, das ist doch nicht die Ulle, die man sonst über Insta begleiten kann”.. Ich finde, dass das gar nicht geht, wenn man irgendwelche Rollen vorgeschlagen bekommt und sich dann dafür verstellt und nicht mehr man selbst ist.. So kann man Princess Charming nicht für sich gewinnen.. Es soll doch natürlich und ernst gemeint sein und nicht so’n Fake Zeug..
    Mich hat es außerdem sehr gewundert, dass ich keine davon interessant finde.. Sonst hat man bei Serien /Filmen immer eine dabei, die gefällt. Aber das habe ich bei den Kandidaten und der Princess Charming überhaupt nicht, obwohl das ja echt unterschiedliche Frauen sind 🤔

    Aber jetzt zu deinem Textl: ich finde das ist ganz ok geschrieben. Da fehlt aber noch die Würze oder mehr Humor. Es muss mehr Pepp rein. Dann hält mich der Text auch mehr bzw. fesselt mich und fordert dazu auf weiter zu lesen.
    Jetzt hab ich es im Prinzip nur zu Ende gelesen, um dir dann Feedback geben zu können.

  6. Ich habe mir zuerst deinen Beitrag hier durchgelesen und im Anschluss die Folge geschaut… großartig beschrieben. Gerne mehr davon und gern auch ausführlicher. Ich habe an der ein oder anderen Stelle deinen fantastischen Humor vermisst.
    Das Format an sich ist gut gemacht und auch echt gut gecastet. Mir hat die Diversität der Charaktere sehr gut gefallen. Jedoch wirkten die meisten sehr schrill und überdreht, was wohl der Aufregung zuzuschreiben ist. Ich bin sehr gespannt auf die kommenden Folgen und auf deinen Kommentar zur Folge 2.

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