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„Steht zu euch!” – Maike Johanna Reuter im Interview

Maike is back im Busen-Business: Wir haben mit ihr über Daily-Soaps, gaye Love-Stories und die Sichtbarkeit der LGBT-Community gesprochen.

Lange ist’s her, dass es eine gaye Love-Story in der Daily-Soap ‘Alles was zählt’ gab. Dass jetzt die Funken zwischen zwei weiblichen Charakteren sprühen, haben wir zum Anlass genommen, um uns mit Schauspielerin Maike Johanna Reuter zu unterhalten. Maike stand von 2017 bis 2019 selbst für die Soap vor der Kamera und ist Busenfreundin-Hörerinnen und -Hörern aus einigen Busenfreundin Podcast-Folgen bekannt. Was sie von der Story hält und was sie gerade so treibt, lest ihr exklusiv in „Busenfreundin – das Magazin”.

 Busenfreundin-Magazin: Du hast selbst bei ‘Alles was zählt’ mitgespielt: Verfolgst du die Sendung noch?

Maike Johanna Reuter: Ich schaue sie nicht regelmäßig, aber schalte immer mal wieder ein. Mein Vater kommt noch nicht ganz davon los: Er sagt mir immer wenn es spannend wird und ich „unbedingt mal reingucken“ muss.

Busenfreundin-Magazin: Zwischen zwei Figuren – Chiara und Ina – knistert es. Hättest du selbst gerne mal eine gaye Geschichte gespielt?

Maike Johanna Reuter: Auf jeden Fall! Aus dem einfachen Grund, dass es in dieser Serie mal wieder an der Zeit wäre für eine solche Geschichte. Es hat ein bisschen gedauert, aber wie schön dass es sie endlich gibt!

Busenfreundin-Magazin: Was wäre deine Traum-Storyline für Chiara und Ina?

Maike Johanna Reuter: Dass die beiden zu ihrer Liebe stehen können, eine Weile zusammen bleiben und vielleicht heiraten? Oder dass mal ein Thema wie die Adoption gleichgeschlechtlicher Paare aufgegriffen wird. Das fände ich sehr spannend.

Busenfreundin-Magazin: Auf einer Skala von 1 bis 10: Wie gut passen die beiden zusammen?

Maike Johanna Reuter: Hm … ganz ehrlich? So ‘ne elegante 3. Aber ich denke, genau das soll den Kern der Geschichte ausmachen.

Busenfreundin-Magazin: Lesbische Beziehungen waren in Daily-Soaps oft mit Drama verbunden: Es gab lange Outinggeschichten, schnelle Serienausstiege und sogar Serientode. Der Zuschauer hatte dadurch nie viel Zeit, den Alltag der lesbischen Beziehung mitzuerleben. Wie denkst du darüber?

Maike Johanna Reuter: Oh Gott, ja! Paula und Franzi damals bei GZSZ! Was habe ich die Geschichte gesuchtet! Fairerweise muss man dazu aber sagen, dass kaum eine Liebesgeschichte in Soaps den Alltag einer Beziehung darstellt. Ich vermute, die Dauer einer „dramafreien“ Beziehung in einer Soap ist durchschnittlich drei Monate. Dann muss wieder etwas passieren.

Busenfreundin-Magazin: Denkst du, Homosexuelle sind in Daily-Soaps unterrepräsentiert?

Maike Johanna Reuter: Yes. Ich würde mich mal über eine queere Geschichte freuen, bei der gar nicht thematisiert wird, dass jemand queer ist. Und auch das Umfeld der betroffenen Personen nicht das Gefühl hat, es ansprechen zu müssen.

Busenfreundin-Magazin: Auf welche Schauspielerin hattest/hast du einen Crush?

Maike Johanna Reuter: Mila Kunis in ‘Black Swan’.

Busenfreundin-Magazin: Woran arbeitest du aktuell?

Maike Johanna Reuter: Aktuell liegen ein paar sehr verschiedene Projekte vor mir, aber dank Corona wurde alles ein wenig nach hinten verschoben und ich darf noch nicht darüber sprechen. Sobald es News gibt, erfährt Busenfreundin – das Magazin davon!

Busenfreundin-Magazin: Wenn du dir eine Rolle aussuchen könntest: Was für einen Menschen würdest du spielen wollen und warum?

Maike Johanna Reuter: Das finde ich schwer zu beantworten. Mein erster Impuls wäre zu sagen „jemand Böses“, aber solche Rollen durfte ich auch schon spielen. Und man kann ja auch in jeder anderen Rolle böse Seiten einbringen: Niemand ist nur gut oder nur böse. Ich glaube, ich suche gerade eher nach Nuancen im Spiel, als nach bestimmten Rollen.

Busenfreundin-Magazin: Haben sich seit deinem Outing als bisexuell deine Rollenangebote verändert? Wenn ja, inwiefern?

Maike Johanna Reuter: Nein, gar nicht. Ich glaube, dass die meisten Leute das gar nicht mitbekommen haben. Und dass es auch nicht relevant ist für die Menschen, die mich besetzen oder zum Casting schicken.

Busenfreundin-Magazin: In welcher TV-Sparte ist die LGBT-Community deiner Meinung nach am Besten vertreten? Wo hättest du gern mehr Sichtbarkeit?

Maike Johanna Reuter: Ehrlich gesagt hätte ich überall gerne mehr Sichtbarkeit. Aber ich muss jetzt gerade wirklich überlegen. Ich glaube, am meisten vertreten ist die Community in TV-Filmen. Bei Netflix und Co.  gibt’s ja mittlerweile aus diversen Ländern viele solcher Geschichten in Serien.

Busenfreundin-Magazin: Wenn du deine prominente Stimme einer bestimmten Thematik innerhalb der LBGT-Community widmen könntest, um Klischees aus dem Weg zu räumen: Welche wäre das und warum?

Maike Johanna Reuter: Steht zu euch! Je entspannter wir mit unserer Sexualität umgehen, desto entspannter wird unser Umfeld und die Gesellschaft reagieren. Das glaube ich wirklich.

Busenfreundin-Magazin: Maike, vielen lieben Dank für das interessante Interview! Wir freuen uns, von dir zu hören!

Photocredit:  (c)Katja Kuhl


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Patricia Busenfreundin - Das Magazin
Autorin: Patricia

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