Gay Baking & Queer Cooking

„When life gives you lemons“ – make your favorite Lemonpasta!

Hallo ihr Lieben,

willkommen in der Welt des Queer Cookings. Wahrscheinlich fragt ihr euch gerade: Queer Cooking? Was soll das denn sein?

Ich versuche euch mal, so zu antworten: Wir Menschen unterwerfen uns im gesellschaftlichen Zusammenleben super vielen Regeln und Normen, die wir vermeintlich alle erfüllen sollten. Und oft wissen wir gar nicht so recht, woher diese Normen überhaupt kommen; wer mit dem „das war schon immer so“ eigentlich angefangen hat: Wir sollen so oder so aussehen, den oder den Beruf ausüben, uns so kleiden, so geben, so lieben, so sein- und bitte möglichst nicht herauszufallen. Regeln für das Miteinander sind wichtig und hilfreich. Gerade weil wir Menschen zusammen in einer Gesellschaft leben. Ein starres Korsett aus Normen, die ganz klar bestimmen: so hast du zu sein und nicht anders, kann uns dabei aber alle nicht nur unter Druck setzen, sondern sogar ziemlich schaden. Viele Personen, die sich zum Beispiel aufgrund ihrer sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität von der sogenannten „Mehrheitsgesellschaft“ unterscheiden, können ein Lied davon singen. Queer heißt übersetzt eigenartig, anders – was lange im Englischen nur als Schimpfwort benutzt wurde, ist für viele Menschen heute auch eine Selbstbezeichnung und ein Oberbegriff für die mitunter eigene Vielfalt abseits der Mehrheitsnormen im Bereich der Sexualität und Geschlechtlichkeit.

Und was hat das jetzt mit Kochen zu tun?

Beim Essen ist das mit diesen starren Boxen einerseits alles etwas einfacher. An Kochen hat mich schon immer fasziniert, wie es eine eigene Welt offenbart, mit eigenen Regeln, schier unersättlich sind die Möglichkeiten an Geschmack, Geruch, Form, Kombination. Neben all den ganz vielen „Klassikern“ der verschiedenen Küchen – wie Pizza, Spätzle, Tajine, Pierogi, Sushi, Injera, Steak Frites, Dürüm oder Samosas – es gibt fast nichts, was nicht irgendwie doch zusammenpasst, für irgendwen, irgendwo auf der Welt und die Übergänge sind meistens fließend. Da kann quasi der komplette Regenbogen ausgeschöpft werden.
Und: Wir essen alle. Jeden Tag, wenn wir können. Ob allein oder in Gesellschaft, mit guten Nachrichten oder schlechten. Wir lachen, streiten, genießen die Stille-alles beim Essen (und Trinken). Essen verbindet uns Menschen. Gerade auch die queer „Community“.

Essen kann aber auch trennen.

Beim Essen und Kochen lassen sich viele gesellschaftspolitische Dimensionen wiederfinden mit teils sehr strengen Regeln, Abläufen und Hierarchien. Wer sagt, was guter Wein ist? Isst du nur Fastfood? Wo kaufst du ein? Bio? Fairtrade? Oder „kannst du dir das nicht leisten“? Und bei so vielen eingeprägten „Klassikern, die schon so immer zubereiten wurden“ können sich manche gar nicht vorstellen, wie etwas anderes zusammenpassen soll. Man könnte meinen: Ähnlich, wie sich manche Menschen nicht vorstellen können, wie sich zwei Personen gleichen Geschlechts lieben können dürfen. Oder dass eine Person ein anderes Geschlecht hat, als ihr bei der Geburt zugewiesen wurde.
Das geht nicht? Das passt nicht zusammen? Ich glaube schon.

Wir müssen nur genau hingucken. Und uns auf Neues, Anderes – ja Queeres- mehr einlassen. Was ist schon „normal“? Dabei könnte sich herausstellen, dass das gar nicht so „schlimm“ ist und gar nicht so weit weg von dem Altbekannten, sondern vielleicht sogar das Gegenteil: dass das Essen ganz gut schmeckt.

Queer Cooking ist für mich also etwas über den eigenen Tellerrand kochen. Das Queere im Kochen entdecken.

Queer Cooking – Ein Perspektivwechsel.

Das heißt nicht unbedingt, Lebensmittelfarbe mit Quark zu verrühren. Und es muss auch nicht jeder Busenfreundin Schokolade mit Salz schmecken.
Bei Queer Cooking geht es nicht um das „perfekte Gericht“, nach akribischer Anleitung und um professionelles Equipment. Ich bin keine Profiköchin und koche in einer wunderbar chaotischen WG-Küche. Und queer heißt ja auch nicht immer bunt und fröhlich, Konfetti auf dem CSD schmeißend. Für viele leider oft ganz das Gegenteil.

Am Ende des Tages entscheidest aber du, was für dich richtig ist. Was dir ganz persönlich schmeckt. Mach‘ deine eigene Version draus! Genauso, wie wir alle unseren eigenen Weg auf unserer eigenen Entdeckungsreise in dieser verrückten Welt gehen. Von dieser können wir uns dann erzählen und so als „Community“ hoffentlich zusammenkommen – am besten natürlich beim Essen. Und wenn beim Kochen eben auch mal was schief geht und nicht funktioniert, dann ist das so. „Trial and Error“. Wie im sonstigen Leben auch.

Wenn ihr das auch so seht, freue ich mich darauf, mit euch gemeinsam ein paar Rezeptideen und Stories zu teilen. Hinterlasst hier einen Kommentar oder tagged die Fotos eurer Resultate auf Insta mit dem Hashtag #franzicookswithus.

Erzählt, was für eine Zutat ihr vielleicht noch hinzugefügt habt. Musste noch etwas anderes aus dem Kühlschrank aufgebraucht werden? Hattet ihr an dem Tag auf diese eine ganz bestimmte Sache Lust oder was der Geldbeutel eben hergab?

Zum heutigen Start gibt es für euch eines meiner absoluten Lieblingsgerichte: Zitronenpasta – simple, süß, salzig, sauer und einfaach lecker!

Lasst es euch schmecken!

Eure
franzi cooks

Franzi Cooks Queer Cooking

Zitronenpasta

Rezept für 4 Personen

Queer Cooking Zitronenpasta Busenfreundin - Das Magazin Franzi Cooks
  • 500g Spaghetti oder andere Nudeln
  • 1 Zwiebel
  • 1 Zehe Knoblauch
  • 1-2 Zitronen, für Saft und Abrieb
  • Olivenöl
  • 200ml Sahne, fettreduzierte Cremefine oder Soja-Cuisine (Alternativ statt Sahne einfach deutlich mehr Olivenöl verwenden)
  • Ein guter Schuss Weißwein oder Sekt
  • Nudelwasser – ganz wichtig!
  • Pfeffer, Salz, ein bisschen Chili für die Schärfe
  • Bund Glattpetersilie
  • Parmesan oder Montello-Käse
    Als vegetarische Alternative- und wie man veganen Parmesan aus Cashewkernen, Hefeflocken und Mandeln macht, seht ihr bei eatthis.org
  1. Nudelwasser aufstellen, Zwiebeln klein schneiden, Zitronensaft pressen und etwas von der Schale abreiben (nur wenn Bio!), Petersilie klein hacken, den Käse reiben.
  2. Zwiebeln in Olivenöl anbraten, die Knoblauchzehe reinpressen, wenn alles glasig ist, den Zitronenabrieb dazugeben und mit dem Saft ablöschen, sobald es köchelt, auch einen Schuss Weißwein oder Sekt hinzufügen (wenn ihr schon dabei seid, warum nicht auch ein Glas trinken? Cheers!)
  3. Nach 2 Minuten die Sahne, Cremefine oder vegane Soja light zur Soße geben und auf mittlerer Hitze aufkochen lassen.
  4. Wenn das Nudelwasser kocht, Salz und die Nudeln hinein. Nach und nach setzt sich deren Stärke an der Oberfläche ab. Ideal, um ein paar Löffel davon in die Soße zu tun. Das gibt Geschmack und bindet.
  5. Nudeln abgießen, wenn sie bissfest sind (denkt daran, sie ziehen oft im Topf noch nach).
  6. Zitronensoße mit Pfeffer, Salz und wer mag Chili abschmecken.
  7. Zusammen mit den Spaghetti vermengen, in den Teller, Petersilie und Käse drüber, ein letzte Prise Pfeffer und servieren.

Special Queertipps:

Für den extra Crunch: Angeröstete Nüsse oder ein bisschen karamellisiert für die Süße. Ein Glas Wein dazu.
Für alle, die Fisch mögen: Passen hierzu zum Beispiel kurz angebratene Garnelen oder Jakobsmuscheln.
Für mehr Frische: Ein kleiner gemischter Salat rundet alles ab.

Et Voilá.

Franzi Cooks Queer Cooking Zitronenpasta Busenfreundin - Das Magazin

Auf den Gayschmack gekommen? Hier geht es zu weiteren Queer Cooking Rezepten:


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Fotoquelle: Franzi Cooks

15 comments

  1. Franzi. Ich warte immer noch darauf von dir bekocht zu werden 😍
    Hab einen guten Start mit deinem Blog, du bist wundervoll 😘

  2. Nicht nur die Zitronenpasta, sondern auch der feinfühlig geschriebene Text dazu, macht absolut Bock auf mehr! Wirklich schön gemacht und genau das richtige Seelenfutter nicht nur in dieser besonders anspruchsvollen Zeit! Bitte mehr davon, liebe franzi cooks!

  3. Inspiration und Aufbrechen von alten Strukturen in Gesellschaft und Kochen zugleich. Tolles Konzept – Danke Franzi! Rezept wird natürlich getestet 🙂

  4. Authentisch geschrieben und mit genau dem richtigen Fingerspitzengefühl!
    Gerne mehr davon.
    Tolles Rezept für den Sommer.
    Ich freue mich jetzt schon mehr von dir zu lesen und zu sehen.

    Cheers to you!

  5. Hallo Franzi,
    Klingt alles superlecker und du kannst sicher sein, dass ich mir immer mal wieder Ideen von dir hole;)
    Liebe Grüße
    Marie-Luise 😘

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