fbpx
Ok, krass!

Wie queer sind … CDU und CSU?

Deutsche Parteien setzen sich für viele verschiedene Ziele ein. So auch CDU und CSU. Aber wie gut kommt dabei die LGBTIQ-Community weg? Was tun die Parteien für die queeren Menschen in Deutschland? Welche Ziele verfolgen CDU und CSU in ihrer Sozialpolitik? Das lest ihr exklusiv in „Busenfreundin – das Magazin”!

Die CDU verfolgt einen umfassenden politischen Plan für die kommenden 10 Jahre (bis 2030). Das Ziel der Partei ist es, sich auf „Grundwerte zu besinnen“ und die Zukunft auf Basis von „bleibenden Werten“ zu gestalten.

Die sozialen Ziele der Partei bis 2030 in Kürze:

  • Persönliche Chancen und Freiheiten sollen genutzt werden können. Dabei soll zeitgleich Verantwortung füreinander übernommen werden.
  • Es sollen Werte geschaffen und ausgebildet werden, durch welche der Staat Menschen hilft und sich umgekehrt Menschen für den Staat und andere Menschen engagieren.
  • Menschen sollen sich sozial sicher fühlen können. Dafür sind Unterziele Jobs zu schaffen und die Technologie klimafreundlich zu gestalten.

CDU: Meinten Sie „quer“?

Gibt man in der Suche der CDU-Webseite den Begriff „queer“ ein, bekommt man kein Ergebnis, sondern den computergenerierten Vorschlag „Meinten Sie ‘quer’?“. Auch bei der Suche nach Synonymen versagt die Suchfunktion: Das aktuellste (und einzige) Suchergebnis beim Begriff „Homosexualität“ ist ein 2014 erschienener Artikel mit dem Titel „Tauber gegen Ökonomisierung des Todes“.

In diesem Artikel heißt es, Deutschland habe hinsichtlich der Toleranz gegenüber Homosexuellen Nachholbedarf. Zwei Menschen, die eine Beziehung führen, leisten einen Beitrag zum Zusammenhalt der Gesellschaft. „Vielleicht noch eher als jemand, der klassisch in einer heterosexuellen Ehe lebt und fremdgeht“, so Tauber.

Laut dem CDU-Generalsekretär sei jeder Mensch auf die Gnade Gottes angewiesen. Dabei komme es nicht auf die sexuelle Orientierung an. Weiterhin könne man „über ein Adoptionsrecht reden“. Dies aber nur, wenn klar sei, dass ein Paar die Verantwortung für ein Kind übernehmen könne. Das Kindeswohl stehe dabei an höchster Stelle. In diesem Zuge kritisiert Tauber die Jugendämter: Kinder aus der Familie zu nehmen sei ein „viel größerer Aufreger” als das Adoptionsrecht für Homosexuelle. Auffällig ist: Der Politiker spricht ausschließlich von Homosexuellen. Über die die Trans- und Intersexuellen sowie die sich als queer definierenden Personen schweigt die CDU.

CSU: Die Ehe besteht aus Mann und Frau!

Ähnlich wie auf der Webseite der CDU sieht es bei der CSU aus: 0 Ergebnisse bei der Suche nach „Homosexualität“.

Hier springt bereits die Definition der Ehe ins Auge. Diese wird nämlich eindeutig als Bündnis zwischen Mann und Frau definiert, welches unter dem „besonderen Schutz des Staates” steht. Queere Lebensgemeinschaften schließt die Partei aus ihrem Familienmodell somit aus – und damit auch aus der vom Staat zugesicherten Schutzbedürftigkeit. Jedoch werden „auch in gleichgeschlechtlichen Partnerschaften […] Werte gelebt, die grundlegend für unsere Gesellschaft sind. Das verdient Anerkennung“.

Die Frage, die sich hier stellt, ist: Anerkennung wofür? Für die Liebe? Für den Mut, man selbst zu sein? Wenngleich nicht ganz klar wird, wofür gleichgeschlechtliche Paare denn nun genau Anerkennung verdienen, wird eins jedoch schnell deutlich: Trans Personen, Intersexuelle und die ganze queere Bandbreite der LGBTIQ-Community lässt die Partei völlig außer Acht.

Dass die Partei von der Ehe für alle vermutlich nicht allzu begeistert war, zeigt sich auch im folgenden Satz ihres Grundsatzprogrammes. „Es ist richtig, dass der Staat mit der eingetragenen Lebenspartnerschaft eine eigene Institution dafür vorhält“. Die CSU spricht sich ferner gegen Diskriminierung jeglicher Form aus. So auch gegen eine Diskriminierung des Personenstandes. Dennoch bleibt hierbei der Gedanke, dass die Partei doch selbst diskriminiert, sei es mit der als richtig empfundenen „eingetragenen Lebenspartnerschaft als eigene Institution” anstatt der Ehe oder der zuvor erwähnten Definition von Familie.

Erzieht, wie ihr wollt – oder doch nicht?

Die CSU legt ebenso viel Wert auf Ehe und Familie wie die CDU. Die Partei strebt eine „familienfreundliche Gesellschaft, in der Kinder willkommen sind“ an. Die Gestaltung des Familienlebens sei Sache der Familien. Dabei legt die CSU jedoch fest, wie eine solche Familie auszusehen hat. „Moderne Familienpolitik muss allen familiären Situationen gerecht werden – der klassischen Familie mit der Gemeinschaft von Mutter, Vater und Kindern ebenso wie Eineltern- oder Patchwork-Familien“.

Die Partei erwähnt dabei keine homosexuellen Familienmodelle und schließt diese per Definition sogar von vornherein aus.

Die Partei geht sogar noch weiter. Sie spricht sich offen gegen eine Gesellschafts- und Bildungspolitik aus, die „Gender-Ideologie und Frühsexualisierung folgt“. Kinder sollen demnach nichts von Homo-, Trans- oder Intersexualität erfahren. Außerdem wird ihnen vorenthalten, dass es vollkommen in Ordnung ist, wenn man anders als andere empfindet.

Weiteres aus der Reihe „Wie queer ist …?”:
Wie queer ist … Joe Biden
Wie queer ist … die FDP?
Wie queer ist … die Linke?
Wie queer sind … CDU und CSU?
Wie queer ist … die AfD?
Wie queer ist … die SPD?


Wie denkt ihr über die Einstellung von CDU und CSU gegenüber der LGBTIQ-Community? Erzählt es uns in den Kommentaren!


Themen die aufregen, beschäftigen oder erfreuen:

Abonniert gerne unseren Newsletter, wenn ihr stets up to date sein wollt:

3 comments

    1. Hey Anja,

      danke für dein Feedback und den Link! Du hast recht, der Artikel geht nicht auf die LSU ein. Das hat aber den Hintergrund, dass wir in den Artikeln über die deutschen Parteien nur auf die Zielsetzung des jeweiligen Wahlprogramms eingehen. Bei der FDP zum Beispiel haben wir deshalb auch die LiS unerwähnt gelassen. Trotzdem hast du natürlich recht damit, dass es diese parteilichen Organisationen gibt. Dein Kommentar ist also eine wertvolle Ergänzung – danke dafür! 🙂

      Liebe Grüße,
      Debbie

  1. Es gibt Diana Kinnert in der CDU. Sie beschäftigt sich auch mit Einsamkeit – sie macht jedoch n gewissen Bogen um mental health und ihrer eigenen LGBTIQA+-Zugehörigkeit 😉

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.